Tipps zur Welpenerziehung

"Geduld" und "Konsequenz" heißen die Zauberworte der Welpenerziehung. Sie erfordert viel Disziplin vom Hundebesitzer, der seinem Welpen mit liebevoller Konsequenz beibringen muss, was er darf und was nicht. Wer in den ersten ein bis zwei Jahren viel Energie in die Welpenerziehung investiert, wird jahrelang Freude an einem gut erzogenen Hund haben, der überall gern gesehen ist.

 

Einige Tipps aus unseren Hundeschulen und unserer Erfahrung, die uns bei der Welpenerziehung sehr geholfen haben.

Allgemeines

Juno-Molly vom Dänsichen Wohld
Juno-Molly vom Dänsichen Wohld
  • Der Welpe kann vom ersten Tag im neuen Zuhause an lernen.
  • Lieber 3 x 5 Minuten üben, statt eine Viertelstunde am Stück
  • Immer aufhören bevor der Welpe erschöpft/lustlos wird, sondern wenn er motiviert ist und gerne noch weitermachen würde
  • Immer in entspannter Atmosphäre üben, nicht wenn man selbst gestresst oder unter Zeitdruck ist. Auch unterdrückte Unruhe überträgt sich auf den Welpen.
  • Immer zuerst ohne Ablenkung im Haus oder im Garten üben. Wenn die Übung sitzt, auch an anderen Orten mit mehr Ablenkung üben.
  • Den Welpen nicht "zuquatschen". Er lernt sonst, die Stimme des Menschen wie Hintergrundmusik zu überhören.

Belohnung mit Futter

Wenn man Trockenfutter füttert, kann man wunderbar morgens die Tagesration abwiegen und den Hund gar nicht aus dem Napf, sondern ausschließlich aus der Hand füttern.

Man belohnt ihn einfach den ganzen Tag für alles, was er gut und richtig macht. So lernt er, dass sich erwünschtes Verhalten lohnt und dass der Mensch für ihn Nahrungsquelle Nummer 1 ist.

Unerwünschtes Verhalten - so lange es nicht zerstörerisch ist - wird ignoriert. Dazu gehört auch das Betteln oder (später)das unaufgeforderte Zeigen eines Vehaltens, das zuvor schon einmal belohnt wurde.

 

Der Welpe muss auch lernen, Langeweile/Frustration zu ertragen. Auch wenn es zu Beginn anders ist, es wird sich nicht sein ganzes Leben alles nur um ihn drehen. Er muss lernen, dass er auch einmal Sendepause hat und das ohne Theater akzeptieren.

Stubenreinheit

Haiti-Ida vom Dänischen Wohld
Haiti-Ida vom Dänischen Wohld

Mit ein paar einfachen Regeln, bekommt man einen Welpen recht schnell stubenrein.

  • Rechtzeitig rausbringen: Nach dem Fressen, Schlafen und Spielen muss der Welpe fast immer.
  • Wenn er suchend mit der Nase am Boden herumläuft muss er raus.
  • Ordentlich loben, wenn der Welpe sein Geschäft draußen verrichtet.
  • Nicht schimpfen, wenn ein Malheur drinnen passiert ist. Es ist nicht die Schuld des Hundes, sondern die des Menschen, der ihn nicht rechtzeitig rausgebracht hat. Auf keinen Fall mit der Nase reinstupsen oder mit der Zeitung drohen, wie es früher verbreitet war.
  • Das Malheur kommentarlos entfernen. Am besten nicht im Beisein des Welpen.
  • Wenn man den Welpen "in flagranti" erwischt - hochheben, raustragen.

Die wichtigsten Kommandos: "Komm" und "Aus"

Dass der Hund zuverlässig kommt, z.B. bevor er von einem Auto überfahren wird, oder Dinge ausspuckt, die er im Maul hat, kann unter Umständen sein Leben retten.

  • Wenn er seinen Namen hört, soll der Welpe immer freudig kommen. Deshalb möglichst nicht mit seinem Namen "anmeckern".
  • Zum Bindungsaufbau v.a. in der ersten Zeit viele Such- und Weglaufspiele machen.
  • Den Welpen zunächst nur rufen, wenn man sich seiner Aufmerksamkeit sicher ist. Ist etwas anderes interessanter, hingehen und ihn aufmerksam machen.
  • Wenn der Welpe grundsätzlich weiß, dass er auf Ruf kommen soll, nicht endlos rufen. Kommt er beim zweiten Ruf nicht, hingehen und ihn mitnehmen.
  • "Aus" kann man am besten mit einem Spielzeug üben. Hat der Welpe ein tolles Spielzeug, überzeugt man ihn mit einem noch tolleren oder mit Leckerlis, sein Spielzeug "einzutauschen". Klappt das gut, führt man das Kommando "Aus" ein - in dem Moment, in dem er loslässt.

Spaziergänge

  • Zu Beginn reichen kleine Runden zum Pipimachen.
  • Größere Touren sollten immer als "Erlebnisausflug" gestaltet werden, in denen der Welpe gemeinsam mit seinem Menschen verschiedene Umgebungen kennen lernen kann.
  • Der Mensch soll interessanter sein als alles andere: Versteckspiele machen, mit dem Welpen gemeinsam über Baumstämme klettern, ihn Leckerlis suchen lassen, überschwänglich loben oder ein tolles Spiel spielen, wenn er auf Ruf kommt.
  • "Positiver Stress": Der Welpe soll neue Situationen kennen lernen (z.B. Bahnhof, Bus fahren, Restaurantbesuch etc.), aber in einer "Dosierung", in der er den Stress der neuen Eindrücke gut verarbeiten kann. Je mehr er im jungen Alter als "ungefährlich" kennen lernt, desto sicherer wird er später durchs Leben gehen.
  • Bevor man Spaziergänge im klassische Sinne unternehmen kann, muss der Hund gelernt haben, zuverlässig auf Ruf zu kommen, sich nicht zu weit von seinen Menschen zu entfernen und seinem Jagdtrieb bestmöglich zu widerstehen.

Spiele

folgt in Kürze