Agility Seminar bei Silas Boogk

Hütten, 22. + 23. August 2011

Seminarbericht

TAG 1

 Lange hatte ich mich darauf gefreut, nun war es so weit: Zwei Tage Urlaub, um mit Kiwi an einem Agiltiy Seminar teilzunehmen. Das Auto voller Hundezeug, Verpflegung und Klamotten für jede Wetterlage ging es los nach Hütten.

 

Pünktlich um 9.00 Uhr kam die Sonne raus, um mit 20-25 Grad für das richtige Urlaubsfeeling zu sorgen. Nur acht Teilnehmer versprachen ein intensives Training.

 

Parcours aufbauen 

Mit Silas bauten wir zunächst den Parcours mit rund 25 Hindernissen auf. Wir hatten ein paar Minuten Zeit, um uns die Reihenfolge einzuprägen. Dann hat jeder erstmal einen „Turnierlauf“ absolviert, also den ganzen Parcours ohne Hilfe, damit Silas sich ein Bild von den Teams machen konnte und wir eine Ahnung von den bevorstehenden Herausforderungen bekamen.

 

Tunierlauf 

Wir machen zwar schon jahrelang Agility, aber ohne jeden Ehrgeiz. Im wöchentlichen Training schaffen wir selten mal einen Parcours mit mehr als zehn Hindernissen. Entsprechend war ich etwa nach Hürde 12 aufgeschmissen. Mithilfe der Zahlen an den Geräten haben wir den Lauf aber mehr schlecht als recht beenden können. Dabei bin ich verbotenerweise auch noch einmal unter dem Steg durchgelaufen.

 

Besprechung

Anschließend haben wir den Parcours mit Silas besprochen und er hat uns gezeigt, wie er einen Lauf plant: Zunächst überlegen, wie der Hund am besten in einer flüssigen Linie läuft und erst im zweiten Schritt die entsprechenden Wechsel planen. Mithilfe der Stangen haben wir gezeigt, in welchem Winkel wir den Hund springen lassen würden, und Silas erklärte ggf. warum ein anderer Winkel günstiger wäre, z.B. auch um die Gelenke des Hundes zu schonen.

 

Einzeltraining

Dann begann das Einzeltraining. Da Silas dabei nie auf die Uhr sah, lief die Zeit ziemlich aus dem Ruder. Statt der geplanten zwei Durchgänge konnte unsere Gruppe am ersten Tag nur einen absolvieren. Als Kiwi und ich an der Reihe waren, haben wir uns an einer Dreierkombination mit Slalom abgearbeitet. Damit man nicht unter dem Steg durchtauchen musste, war es in diesem Parcours nötig, dass der Hund den Slalom alleine ablief, während der Hundeführer in etwa fünf Meter Entfernung schon auf die andere Seite des Stegs wechselte. Da Kiwi nach jeder Stange immer nach mir schaut, haben wir dabei natürlich komplett versagt.

 

Fazit Tag 1:

Etwas frustriert – viel rumgesessen, wenig dran gewesen und etwas beleidigt, weil Silas immer wieder betonte, dass Kiwi und ich entscheidende Basics nicht beherrschen. Stimmte im Vergleich zu den anderen Teilnehmern natürlich, die bis auf eine Freundin aus unserer Hundeschule, alle schon Turniererfahrung hatten. Andererseits: Das Wetter war toll, die Stimmung gut und wir haben gute Tipps für den neuen Aufbau des Slaloms bekommen.

 

TAG 2

Statt um 9.00 begannen wir schon um 8.00 Uhr, damit unsere Gruppe den versäumten Durchgang vom Vortag nachholen konnte. Leider fiel bis mittags kontinuierlicher Nieselregen, in dem Kiwi und ich eine Einheit von rund 50 Minuten bekamen. Dabei haben wir uns leider wieder am Slalom festgebissen, bis Kiwi irgendwann wirklich nicht mehr wusste, was ich von ihr wollte.

 

Zweiter Durchgang: schon besser

Mittags kam die Sonne raus und wir hatten unseren zweiten Durchgang, der ganz gut lief. Drei Tunnel hintereinander erforderten einige Sprints, denen ich vermutlich den ersten Muskelkater seit Jahren verdanke. Der Tunnel ist Kiwis Lieblingsgerät, in dem sie immer Vollgas gibt.

 

Hürden

Dann wurde unser nächstes großes Defizit aufgedeckt: Wir haben jahrelang mit Hürden auf der Höhe für mittelgroße Hunde geübt. Kiwi gehört jedoch schon zur Maxi-Klasse, die über 60 cm springen muss. Da Kamikaze-Kiwi immer drauflos prescht, reißt sie in dieser Höhe so gut wie jede Hürde…

 

Hürden, Hürden

Silas hat darauf bestanden, dass wir nach jeder gerissenen Hürde unterbrechen und neu beginnen, bis die Stange liegen bleibt. Zwischendurch hat er mit Kiwi geübt und schließlich ging es auch schon viel besser. Kiwi habe ich nach diesem Durchgang allerdings so platt erlebt, wie noch nie zuvor.

 

Letzter Durchgang: am besten

Der dritte und letzte Durchgang des Tages war dann ein gelungener Abschluss. Kiwi hatte sich erholt und hat ordentlich die Beine gehoben. Ich habe gelernt, dass ich mich nicht nach Kiwis Geschwindigkeit richten, sondern sie zwischendurch immer wieder „an die Hand“ rufen und auch mal bremsen muss. Da die Zeit wieder davongelaufen war, fiel die letzte Einheit kurz aus, was den Vorteil hatte, dass wir gut gelaunt und zufrieden aufhörten.

 

Kurz nachdem wir alles abgebaut und eingeräumt hatten, setzte Dauerregen ein...

 

Fazit Tag 2

Viel besser als gestern. Nachdem Silas aber schon am ersten Tag erklärt hatte, den Slalom müsse ich mir selbst noch mal erarbeiten, hätte ich die Demonstration am zweiten Tag nicht noch einmal gebraucht.

 

Fazit des Seminars

Nächstes Mal vorher nach dem Niveau erkundigen! Die Parcoure von Silas waren für uns zu schwer. Abgesehen davon hat eigentlich kaum ein Teilnehmer wirklich den ganzen Parcours absolviert, sondern nur Teile und dann wurde umgebaut. Ich hätte mir gerne einen Parcours mal ganz erarbeitet. Mir persönlich wären außerdem mehrere, aber kürzere Einheiten lieber gewesen. Dann wäre die Wartezeit nicht so lang geworden und Kiwi und ich wären nach unseren Durchgängen nicht immer so platt gewesen. Das mag bei Teams mit mehr Erfahrung anders sein.

 

Trotzdem hatten wir zwei schöne Tage. Silas ist ein netter Kerl und sehr geduldig und trotz bevorstehender Schulter-OP ist er unermüdlich mitgelaufen. Bei seiner Führtechnik achtet er darauf, dem Hund nach der Landung abrupte Richtungswechsel und damit eine Belastung der Gelenke zu ersparen. Dafür läuft der Mensch öfter mal rückwärts und schickt den Hund auch mal hinter seinem Rücken über eine Hürde. Wie hilfreich es ist, zwischendurch immer mal wieder deutlich Kontakt zu Kiwi aufzunehmen und eindeutiger zu führen, ist mir noch mal klarer geworden.

 

Ausblick: unser erstes Turnier

Auch, wenn nicht alles super lief, sind wir motiviert aus dem Seminar gekommen. Seitdem haben wir z.B. jeden Tag Kontaktzonentraining gemacht (unsere dritte Baustelle…) – UND: Ich habe Kiwi und mich zu unserem ersten Turnier angemeldet! Ich rechne fest mit einer Disqualifikation, aber das Turnier ist extra für Anfänger und ich habe jetzt einfach Lust, mal Turnierluft zu schnuppern. Außerdem kommen noch vier andere Teams aus unserer Trainingsgruppe mit und wir werden sicher viel Spaß haben.